Malevil (Special Edition)


Produktion

Frankreich/ Deutschland 1981

Regie:

Christian de Chalonge

Darsteller:

Michel Serrault, Jacques Dutronc, Jean-Louis Trintignant, Jacques Villeret, Robert Dhéry, Hanns Zischler, Pénélope Palmer, Jean Leuvrais, Emilie Lihou, Jacqueline Parent, Eduard Linkers, Marianik Revillon

Laufzeit:

115 Min.

Freigabe:

FSK 12

Tonformat:

Dt. / Franz. Dolby DD 2.0

Untertitel:

-

Bildformat:

1.78:1 (anamorph)

Studio:

OSTALGICA /AL!VE AG

DVD-Erscheinungstermin:

21. November 2008


Covertext:

In dem kleinen Örtchen Malevil befinden sich gerade sechs Männer, eine ältere Frau und ein Hund in einem Weinkeller, als unerwartet die Bombe fällt. Nachdem der erste Schock überwunden ist, wagen sich die Menschen an die Oberfläche. Alles ist zerstört, düster und schwarz. Ohne viel miteinander zu sprechen, versuchen sie, fast apathisch das Beste aus der Situation zu machen. Sie beginnen, die Leichen im Ort einzugraben oder zu verbrennen. Bald trifft man auf weitere Überlebende, doch das Treffen ist alles andere als friedlich. Kämpfe beginnen und innerhalb kürzester Zeit sind auf beiden Seiten erste Opfer zu beklagen. Die andere Gruppe besteht aus religiösen Fanatikern, die sich als das neue, bessere Menschengeschlecht sieht. Plötzlich kommen Hubschrauber über den Berg geflogen …

Kritik:

Nachdem Malevil nun endlich (Ostalgica sei Dank!) wieder erhältlich ist, sind auch wir gespannt, ob der Endzeitklassiker hält was er verspricht. Die Konkurrenz in dem Subgenre ist nicht gerade groß, gibt es doch neben dem Hollywood-Vorzeigefilm in Sachen nuklearer Holocaust „The Day After“ nur wenige Filme, wie z. B. noch „Threads“ die diese Thematik aufgreifen. Der Film startet wie auch seine Konkurrenten mit dem normalen Leben, alles geht seinen gewohnten Gang und auch in Malevil werden die Hauptcharaktere kurz vorgestellt. Unsere glorreichen sieben Protagonisten sind unterschiedlich, wie sie nicht seien können. Vom charismatischen Bürgermeister, intellektuellen und ebenso sturen Apotheker, bis hin zum strohdummen Dorftrottel der nur so in den Tag hineinlebt.

 


Noch nicht einmal 20 Minuten des normalen Lebens sind vergangen, als es dann mit grellem Blitz, lautem Knall, und mörderrischer Gluthitze in das Verderben unserer Gruppe aus Malevil geht. Damit spielt Regisseur Chalonge in genauer Reihenfolge, die physischen Folgen einer Nuklearexplosion in seinem Film nach. Dies gelingt ihm in einer derart intensiven und spannenden Art, dass es dem Zuschauer kalt den Rücken hinunterläuft.

Er zeigt keinerlei Zerstörungsorgie wie einst Nicolas Meyer mit „The Day After“, nein alles spielt sich hinter verschlossener Tür im Weinkeller des Bürgermeisters ab. Dialoge sind nach der Explosion für ungewohnt lange Zeit nicht zu hören. Das verstärkt zudem die Intensität der Situation und dem nicht zu übersehenden Schock der Einwohner. Dieser sitzt tief und umso tiefer, als die Gruppe nach draußen spaziert um nach dem Rechten zu sehen. Die totale Zerstörung des normalen Lebens! Hier präsentiert Chalonge einmalige Sets die selbst mit heutigen Mitteln nicht besser in Szene zu setzten wären. Ein Mix aus Ascheregen und Trümmerwüste umgibt unsere Protagonisten.

 

Doch zu Ihrem Glück haben auch einige Tiere in den Ställen wie durch ein Wunder überlebt und so versucht unser Team ab dato wieder dem Leben einen geregelten Gang zu geben. Die Leichen und Kadaver werden beseitigt. Später wird Ackerbau wieder betrieben, die Tiere werden gefüttert, geschlachtet und gezüchtet. Alles scheint den Umständen entsprechend wieder anzulaufen, bis sich weitere und hungernde Überlebende über ihr angebautes Korn hermachen.

Fortan wendet sich der Film von der Erzählstruktur komplett und nicht mehr das allgemeine Leben steht im Vordergrund sondern die neue Situation der Gruppe. Um nicht zu viel vorweg zunehmen muss sich die Gruppe gegen Landstreicher und religiöse Fanatiker zur Wehr setzten. Hier greift Chalonge das auf, was vermutlich einhergeht mit einem nuklearen Krieg, ein weiterer Krieg um Nahrungsmittel und Wasser. Allerdings baut der Plot ab hier stetig ab und kann nicht so wie in der ersten Filmhälfte, welche in beinahe allen Punkten überzeugte, dem Zuschauer in seinen Bann ziehen. Zwar wird hier die Endzeitsituation in keinster Weise vernachlässigt und auch die Sets sowie die Spannung sind in sich stimmig, doch will der Funke nicht mehr so recht überspringen. Erste Längen stellen sich nun ein. Hier haben wir ein ähnliches Szenario wie auch in „The Day After“ zu beobachten. Allerdings ist der Zusammenhalt der Gruppe und die herausragenden schauspielerischen Leistungen der Darsteller zu verdanken, dass der Film nicht noch mehr abrutscht.


 

Sicherlich könnte man hier vielfältige soziale Aussagen Malevils deuten, doch lassen wir dies. Der Film klärt auf und das in einer derart realistischen Art und Weise, dass man von Anfang bis zum Ende gespannt vor dem Bildschirm sitzt. Niemals würde man sich wünschen, dass dies einmal zur Realität wird. Und so schlägt Malevil in Punkto Nüchternheit und Realismus klar „The Day After“, welcher um einiges reißerischer inszeniert wurde.

Fazit: exzellenter, packender und sehr realistischer Film über den Atomkrieg und seine Folgen. Aufgrund der schwächeren zweiten Hälfte können wir keine volle Punktzahl geben.

Wertung:

Qualität:

Härte: 


Bild:

Schwächen des Bildes sind klar auszumachen und so wirkt das Bild verwaschen und unscharf. Der Kontrast ist eher mäßig, die Farben wirken zudem etwas blass. Artefakte sind in einigen Szenen deutlich auszumachen und auch ein permanentes Hintergrundrauschen. Aufgrund des Alters und des wohl nicht tadellosen Quellmaterials, ist dies aber noch zu verschmerzen. Somit bewegt sich das Bild, kurz und knapp gesagt, auf VHS-Niveau.

Wertung:

Ton:

Der Ton ist besser gelungen aber auch hier sind einige Abstriche zumachen. So sindneben dem permanenten, von Monospuren bekannten, Hintergrundrauschen auch etliches Knacken und sonstige Tonfehler auszumachen. Der Film wurde wohl nur auf Dolby Stereo upgemixt. Die Dialoge sind allerdings in jeder Szene verständlich, wirken aber gelegentlich wie eine Syncronisation aus 50er und 60er Jahren Filmen gewohnt etwas kratzig.

Wertung:  

Extras:

<-->- Hörbuch als ROM Part (mp3)

Ma- - Malevil in Originalsprache (französisch)

Slid - Slideshow, Dokumentarfilme, Hintergrundinfos, Biographien

<!-- - Trailer zu: Ikarie XB 1, Malevil, Erfindung des Verderbens, Die Nackte und der Satan

Empfehlenswert sind die beiden kleinen Dokumentationen über US-Atomtests die sich unter den Extras befinden.

Wertung:

Gesamtwertung:

Dank der interessanten Extras bewegt sich die DVD-Veröffentlichung von Ostaglica/ Al!ve noch im knapp durchschnittlichen Bereich. Eine bessere Version wird wohl in Kürze nicht erhältlich sein, also heisst es zugreifen!

 

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